Zugegeben: er sieht sehr speziell aus, der elektrostatische Kopfhörer Jecklin Float. Am besten ist es, sich ruhig hinzusetzen oder hinzulegen. Hastige Bewegungen lassen ihn meist vom Kopfe fallen. Gleichwohl ist der Tragkomfort ausgezeichnet. Ich habe bis jetzt ausser dem Float keinen Kopfhörer getragen, der auch nach Stunden Musikhören keine Ermüdungserscheinungen oder -Verkrampfungen bewirkt. Meist lege ich mich auf mein Bett oder setze mich in einen bequemen Korbstuhl, wo ich meinen Kopf anlehnen kann, und höre dann stundenlang Musik.

Klangmässig ist der Float sehr umstritten. Nur: Wenn er wirklich optimal angesteuert wird, klingt er phantastisch. Meinen Float habe ich an mehreren Orten modifiziert. Dies erbrachte die klare Klangverbesserung, die ich heute so schätze. Mit dem Float kann ich nicht so laut hören, dass mein Gehör einen Schaden davonträgt. Seine Schallwandler begrenzen vorher. Auch ist das Ohr absolut unverformt und offen, ein Ohr-Sauna-Klima wie mit dem Stax Omega ll kenne ich mit dem Float nicht.

Ich besitze Floats seit sie auf dem Markt erhältlich sind, und bin mit ihnen einen langen Weg gegangen. Oft verzweifelt am Klang, der einfach nicht so sein wollte, wie ich ihn mir erhoffte, oft drauf und dran, den ganzen Kram zu verkaufen oder wegzuschenken und dann wieder absolut begeistert von der packenden, emotionalen und mitreissenden Musikwiedergabe.

Zur Geschichte und zu den verschiedenen Ausführungen verweise ich auf folgende Internetseiten: www.high-amp.de, Hifi-wiki, Quad-musik.

Wichtig: der Float muss sich "warmlaufen". Er vergütet es reichlich, wenn er ein paar Stunden vor dem eigentlichen Musikhören mit leiser Musik einspielen kann. Dies wird bei zunehmendem Alter der Membranen immer wichtiger, auch die Einspielzeit nimmt dann zu.

Bei mir wird er nur noch vom Hybridamp angesteuert. An meiner jetzigen Anlage ist sein Klang klar, konturiert, sauber und transparent, mit klaren Höhen und transparenten Bässen, die tief hinunterreichen. Die Bühne ist hier breit und tief, die Instrumentenstaffelung sehr präzise. Auch bei komplexen Klanggeschehen wird die Struktur beibehalten und verwischt nicht. Auch wenn der Stax Omega ll noch ein klein wenig tiefer im Bass hinunterreicht, fällt dies dies beim Float jedoch nicht auf.

Von Zeit zu Zeit benötigt er Pflege: die Schaumstoffpolster müssen ausgewechselt werden und falls die elektrostatischen Membranen ihre Spannung verlieren oder verschmutzt sind, müssen auch diese ausgewechselt werden. Dies ist immer mit einem entsprechenden Kostenpunkt verbunden. Dieses Reserve- und Austauschmaterial beziehe ich entweder von Herrn Dürrenmatt, Firma Precide, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder von Quad-musik.

 

Vor dem Hybridamp betrieb ich den Float mit dem ERGO-Röhrenverstärker, der damals speziell für den Float entwickelt wurde, sowie über einen PS2-Transformator an den EAR 509-Endstufen. Beide Varianten kommen jedoch ganz klar nicht an den Klang des Hybridamps heran. Als ich vor Kurzem wieder einmal den Float am PS2-Transformator, der von den EAR 509-Endstufen gespiesen wurde, hörte, fiel mir dieser Unterschied sehr deutlich auf. Hier war der Klang breiter, unkonturierter, unpräziser und uneinheitlicher,  mit weniger tiefen Bässen, jedoch gleichwohl räumlich.

Klangverbesserung beim Jecklin Float

Vor einiger Zeit musste ich das Anschlusskabel meines Jecklin Float ersetzen. Da ich noch ein 5m-Stax-Verlängerungskabel hatte, ersetzte ich das Original-Kabel durch das Stax-Kabel.

Das Ergebnis überraschte mich sehr: Der ganze Klangraum wurde homogener, stimmiger. Wo vorher Bässe wie Gummi bummsten, waren nun klar konturierte Bässe, die sich stimmig ins gesamte Klangbild einfügten. Ebenfalls gewannen die Höhen an Transparenz - nicht aber an Schärfe. 

In der Zwischenzeit hat ein anderer Jecklin Float-Besitzer dieselbe Modifikation gemacht und dasselbe Ergenis festgestellt. Als ich vor Kurzem einen zweiten Float günstig erwerben konnte, habe ich ebenfalls sein Originalkabel ersetzt durch ein Stax-Verlängerungskabel und wiederum reproduzierbar dieselbe Klangverbesserung erhalten.

Da mir nun mittlererweile die Ergebnisse von drei Modifikationen vorliegen, meine ich, dass dies wirklich eine empfehlenswerte Verbesserung ist.

Vorgehen

Zuerst muss ich aus rechtlichen Gründen noch den Vorspann einblenden:

Vorsicht!
Die hier beschriebenen Modifikationen sind elektrisch riskante Eingriffe und sollten unbedingt nur von entsprechend fähigen Personen durchgeführt werden. Weiter muss ich sämtliche Haftung für Beschädigungen und Folgeschäden ablehnen. Diese Modifikationen erfolgen auf eigenes Risiko.

Nun zum eigentlichen Vorgehen:

Zuerst muss das Stax-Verlängerungskabel (ich habe dasjenige für den Stax Omega2 gekauft) in der gewünschten Länge beschafft werden.
Tip: Messen des Original-Float-Kabels hilft, Fehlkäufe zu vermeiden...

Anschliessend werden Stecker und Kupplung vom Stax-Kabel abgetrennt und der Jecklin Float vom Verstärker getrennt ;-)

Nun folgt der wichtigste Teil:

  • Die beiden Element-Abdeckungen am Bügel vom Float und die Stecker-Abdeckung entfernen.
  • Sorgfältig die Anschlüsse feststellen und aufschreiben, so dass am Schluss für jeden Element-Anschluss der Stecker-Pin bekannt ist.
  • Elemente anschreiben (links / recht, vorne / hinten), da sie ausgebaut werden müssen.
  • Elemente mit einem Schutz abdecken (Plastic-Folie, weiches Tuch, etc) um Lötspritzer auf den Elementfolien zu verhindern.
  • Elemente sorgfältig vom Kabel ablöten und ausbauen.
  • altes Kabel entfernen. Die Verbindung zum rechten Element verläuft unter dem Schaumstoff-Polster des Bügels, der Schaumstoff kann in der Regel einfach durch das Mittenloch so weggedrückt werden, dass das Kabel einfach zu lokalisieren ist und von den Klebstreifen, die es fixieren, gelöst und entfernt werden kann.
  • Das neue Kabel einziehen. Da die Öffnung beim Float etwas kleiner ist, kann das neue Kabel auch gefaltet werden.
  • Länge so bemessen, dass auch das rechte Element angeschlossen werden kann.
  • Hilfreich, aber nicht nötig ist, die beiden farblich gekennzeichneten Adern für die beiden Bias-Anschlüsse (Stecker-Pin Nr. 1 + 4) zu verwenden.
  • Der Stecker wird angelötet und die Zugentlastung sorgfältig wieder montiert. Deckel noch nicht aufschrauben.
  • Die beiden Elemente werden nun wieder eingesetzt und gemäss den Aufzeichnungen oben angeschlossen.

Nun wird alles zusammengesetzt und verschraubt.

Wenn alles geklappt hat, können Sie nun Ihren Jecklin Float neu kennenlernen.

Nun wünsche ich allen, die diese Modifikation versuchen möchten, viel Erfolg und freue mich auf Rückmeldungen.

 

Fehlerindizien:

Überhaupt kein Klang:
Sind alle Lötstellen korrekt, Kabel alle eingesteckt, keine Kurzschlüsse auf Stecker, etc?

Klang ist in einem oder beiden Elementen extrem schwach:
Vermutlich wurde ein oder beide Bias-Anschlüsse mit Kanalanschlüssen vertauscht.

Klang ist extrem weit, bricht fast auseinander:
Polarität eines Elements ist vertauscht. Die beiden Kanalanschlüsse 2/3 oder 5/6 bei einem Element tauschen.

Sonst sind mir eigentlich keine weiteren Fehlerbilder bekannt. Gerne nehme ich aber Erfahrungen dazu entgegen.

 

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